Buxi hat geschrieben:...ich kenne diesen Impulse-Mittelmotor nicht, bin also darauf angewiesen wie du ihn bewertet hast: überwiegend negativ!
Weiterhin beschreibst du die Nabengangschaltung als durchweg schlecht, diese in Verbindung mit dem Motor würden überhaupt nicht zusammenpassen – ja das alles soll es scheinbar auch geben!
Hi Buxi,
gerade eben habe ich für alle Fälle nachträglich hervorgehoben, dass mein "Erlebnisbericht" nur meine
ganz persönliche Erfahrung ist und
auf keinen Fall als "objektive Bewertung" verstanden werden darf.
Dass ich
diesen (einen) Mittelmotor an
diesem (einen) Rad für mich ungeeignet finde, hat ganz bestimmt
in erster Linie mit mir, meinen Gewohnheiten und Erwartungen zu tun.
Ich bin sicher, dass viele andere, die ihr Fahrrad NICHT als Kardio-Trainingsgerät verstehen, sondern viel mehr Wert darauf legen, schöne, längere, abwechslungsreiche Touren - ohne große Eigenleistung - flott zu fahren, eine ganz andere Meinung darüber äußern würden!
Meine Nachbarn sind z. B. begeisterte Mittelmotorfahrer - aber sie fahren "aus Spaß an der Freude" und gern auf abwechslungsreichen, unbekannten Strecken. Ganz sicher verstehen sie Ihre Räder nicht als Trainingsgeräte und sind sehr zufrieden damit.
Dass ich mit der in diesem Leihrad verbauten 8-Gang-Schaltung so "unglücklich" bin hat zum Beispiel damit zu tun, dass diese 8 Gänge nur eine
Über-/Untersetzungs-Spanne von etwa
1 : 3 haben. Die von mir seit mehreren Jahren gefahrene Shimano Deore XT 27-Gangschaltung aber erlaubt insgesamt eine Spanne von gut
1 : 6. An diese Spanne hat sich mein Körper offenbar gewöhnt. Der kleinste Gang (vorn 22 und hinten 34 Zähne) bietet mir das absolute Geschwindigkeitsminimum bei minimaler Kraftanstrengung und (mir maximal möglicher) Trittfrequenz. Noch mehr Untersetzung würde mir nichts nutzen, weil dann die Geschwindigkeit so klein würde, dass ich das Rad nicht mehr vernünftig stabil halten könnte. Der größte Gang dagegen (vorn 44, hinten 11 Zähne) setzt meiner Fitness/Kraft nach oben hin Grenzen: Wenn ich hier mit meiner "Maximalkraft" und maximal (als komfortabel empfundenen) Trittfrequenz reintrete, bin ich in der Ebene etwa 40 km/h schnell. Mehr Eigenleistung kann ich (zur Zeit) nicht erbringen und schneller will ich auch auf keinen Fall fahren.
Wenn man 1 : 6 gewohnt ist, dann ist 1 : 3 einfach in jeder Hinsicht eine Einschränkung; sie erlauben mir nicht, meine Eigenleistung optimal einzubringen.
Andere werden bestimmt hochzufrieden damit sein. Ich kenne auch keinen Radfahrer in meinem näheren Umfeld, der ausschließlich aus Fitnesstrainingsgründen fährt. Überwiegend geht es um den Spaßfaktor, der wiederum bei mir eine völlig untergeordnete Rolle spielt - sonst würde ich nicht seit gut 15 Jahren immer die selbe Strecke (mit denselben Leistungsvariationen) fahren. Dass ich immer wieder dasselbe sehe und (er-)fahre, ist mir bis heute nicht langweilig geworden, eben weil ich gar keine anderen Ansprüche an die Strecke hatte. Natürlich funktioniert das nur als "Einzelgänger". Ich hatte noch nie eine Freundin, der das gefallen hätte und bin daher immer allein gefahren - so wie ich früher auch immer jahrelang allein das "puristische" Kieser-Krafttraining besucht hatte: Maximalkraft bei besonders langsamer Ausführung.
Jetzt allerdings möchte ich auch mal längere und unbekannte Strecken (vielleicht auch mal in der Gruppe) fahren. Um nicht unerwartet hinter einer solchen Gruppe zurückzubleiben, kam ich auf die Idee, mir einen "Elektrosklaven" anzuschaffen. Aber
mein Rad
MUSS auch nach der Umrüstung bei "schlafendem E-Sklaven"
genau so zu fahren sein wie vorher. Das bisschen zusätzlicher Bremswiderstand des Motors stören mich nicht; im Gegenteil, vielleicht empfinde ich sie sogar als trainingsnützlich
Der 250 W Bafang-Mittelmotor hier von ELFEi, ist vom seinem Verhalten das absolute Gegenteil von der deinigen Beschreibung, prinzipiell feinfühlig und gut in der Leistung – je nach gewähltem Gang entweder Klettermaxe am Berg, oder Sprinter auf der Ebene. Einziger kleiner Wehrmutstropfen, es gibt bei ihm nur 3 Unterstützungsstufen (Leistung ca.: 1 = 6 %, 2 = 68 %, 3 = 100 %).
In Verbindung mit meiner 8-Gang Kettenschaltung (11 – 32 Zähne) habe ich immer die bestmögliche Leistung zu Verfügung, wobei der Motor in den unteren Gängen an Leistung zulegt (höheres Drehmoment), dementsprechend ist die Beschleunigung höher.
Ja, so etwas hatte ich von einem Mittelmotor auch erwartet: Kleinster Gang = größte Motorunterstützung / beim Höherschalten = abnehmende Unterstützung. Dass sich das bei dem Leihrad ganz anders darstellt, entsetzt mich vor allem beim Herunterschalten. So im Sinn von: "Herunterschalten ist nutzlos".
Als besonderes Schmankerl besteht im Display-Menü die Möglichkeit die Standardbeschränkung von 25 km/h auf bis zu 40 km/h ganz einfach zu erhöhen...
Ich lese diesen Satz mit Betonung auf "
Möglichkeit" und gehe davon aus, dass Du trotzdem pedelec-konform fährst...
Ach ja, einen Freilauf hat das (Motor-)Tretlager natürlich auch, wobei nur die Pedalen sich frei drehen, das Kettenblatt samt Kette bewegen sich dabei nicht. Für mich auch wichtig, da ich zum Aufsteigen die Pedale immer ganz einfach nach vorne in höhere Stellung drehen kann.
Genau das hatte ich als
völlig selbstverständlich erwartet. Ich halte dem Antriebhersteller (Impulse) mal zugute, dass es sich bei meinem Leihrad um einen seiner ersten und mittlerweile veralteten Typen handelt. Mit dem fehlenden Freilauf kam ich mir vor wie in der Steinzeit. Aber es geht möglicherweise auch gar nicht anders, wenn in der Hinterradnabe auch 'ne Rücktrittbremse eingebaut ist!
Du hast eine normale Kettenschaltung. Da ist der Freilauf ja "automatisch mit dabei".
Hättest du diesen Motor zum „testen“ gehabt, würde dein Urteil ein völlig anderes sein – also nicht gleich pauschal Mittelmotoren verurteilen!
Ja, bestimmt! Und wie gesagt:
Es ist kein Pauschal- sondern ein Individual-Urteil.
Ich schreibe hier nicht als "Tester" sondern als "Einzelperson", die ein bestimmtes Rad mit einem bestimmten Antrieb auf subjektive Weise erlebt hat. Und wie mein Name zum Ausdruck bringt: Auch dafür "vergebe ich mir selbst".
Viele Grüße, E.M.A
P.S.: Was ich vermisse, sind
detaillierte Beschreibungen, wie sich ein E-Antrieb (natürlich in Zusammenhang mit der verbauten Schaltung) in allen Einzelheiten verhält! So sagt es mir zum Beispiel herzlich wenig, dass (Hinterrad-)Nabenmotoren für eine "sportliche" Fahrweise richtig sind. "Sportlich" ist ein ziemlich dehnbarer Begriff - wie Gummi. Bisher habe ich "sportlich" immer als Kombination aus "schnell" und "kraftvoll" verstanden. Aber eine objektive "Verhaltensbeschreibung" wäre da viel nützlicher. Dann könnten wahrscheinlich viele auch ohne Probefahrt schon sehr genau abschätzen, ob wahrscheinlich ein Mittel- oder ein Nabenmotor für sie das Richtige ist.
...und bei mir kommt ja blöderweise noch mein Schwergewicht zum Tragen. Das wird es einem "sportlichen" Nabenmotor im wahrsten Sinn des Wortes "nicht gerade
leicht machen"! Eigentlich bräuchte ich ein Fahrrad, das sowohl einen Mittel- als auch einen Nabenmotor hat und mir erlaubt, je nach Bedarf zwischen beiden umzuschalten. Oder noch besser: Das über eine Automatik verfügt, die "alles im Griff" hat, also die gerade gefahrene Strecke erkennt und gleichzeitig sowohl meine gewünschte Fahrgeschwindigkeit als auch meine Bereitschaft zur Eigenleistung analysiert - und daraufhin selbst (am besten butterweich) zwischen Mittelmotor und Nabenmotor umschaltet. Und um den Komfort auf die Spitze zu treiben: Der jeweils gerade NICHT benötigte Motor sollte mechanisch komplett ausgekoppelt werden. Im Fall von 100% Eigenleistung müssen natürlich beide Motoren ausgekoppelt sein!
Vielleicht nimmt sich mal irgendein Radhersteller diesen "Idealgedanken für sowohl schwere als auch (relativ) sportliche Fahrer" zu Herzen und lässt seinen genialen Ideen völlig freien Lauf. (
Freilauf im Hirn für Alle! Mein Slogan zur Europawahl morgen ...)