Hinterradantrieb: Drehmoment und niedrige Geschwindigkeit

Hier werden allgemeine Fragen rund um Elektrofahrräder, Pedelecs und E-Bikes behandelt.
Postman 57
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Registriert: Sa 9. Nov 2013, 15:52

Re: Hinterradantrieb: Drehmoment und niedrige Geschwindigkeit

Beitrag von Postman 57 »

Hallo EmA,

Wie soll ich' s Dir sagen? :roll:
Überlege gerade angestrengt und komme zu der Erkenntnis, der Mann steht sich selber im Weg.
Bei all Deinem Sachverstand, Deinem fundierten Wissen der gesamten Materie rund um Elektrofahrräder
und die damit verbundene Technik weißt Du eins noch nicht. Und was ich Dir jetzt sage ist ganz einfach
ausgedrückt und bedarf keines fundierten Sachverstandes.
Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl mit einem e- bike unterwegs zu sein.
Und wie wieviele Möglichkeiten sich mir auftun, als trainierter oder untrainierter Radfahrer.
Reichweiten von denen ich vorher nur geträumt habe. Starker Gegenwind, der mir das Fahren zum Alptraum
hat werden lassen, Berge und Steigungen bei denen ich hätte absteigen müssen fahre ich nun rauf mit einem Lächeln im Gesicht.
All die Pendler die fortan mit dem Pedelec zur Arbeit fahren, dadurch ihre Fitness steigern, keine Parkplatzprobleme mehr haben und ganz nebenbei Geld sparen und die Umwelt schonen.
All die Menschen machen sich weniger Gedanken als Du.

Und nun gibt es Dich. Jemand der vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht.
Du willst es aber du kriegst es nicht. Weil, und da kann dir kein Hersteller im Land helfen, du im Grunde
genommen noch nicht bereit bist. Und weil es schwierig ist Deinen individuellen Vorstellungen gerecht zu werden.

Ich sehe das so: in unserem Alter hat man so seine Ecken und Kanten, man hat seine Erfahrungen und Vorstellungen.
Und weil man ja schon so viel weiß, wird man auch vorsichtiger und mitunter auch ein wenig engstirniger. Kenne mich ja selber.

Aber eins weißt du bist jetzt immer noch nicht: wie unendlich viel Spaß es macht, e-bike zu fahren.
Mit Mittelmotor oder Hinterrad oder Vorderradmotor. Du wirst es nie erfahren weil Du noch nicht bereit bist.
Ich im Gegensatz zu dir und viele hier im Forum auch, wir wissen das. :lol:

Ich Frage mich, was nutzt mir all sein Wissen und Fachverstand wenn er das nie fühlen kann?

Ein Wort zum Schluss, dann werde ich mich zu diesem Thema auch nicht mehr äußern. Denn es wird immer ermüdender Dir zu Folgen oder dich wirklich zu verstehen.

Habe mir Dein Ortler angesehen und dann stelle ich mir vor, was meint er denn mit dem immer wieder erwähnten und herausgehobenen Begriff des Cardiotrainings?
Das Rad ist kein schlechtes. Die Komponenten stimmen.
Aber erinnert mich doch eher an den gemütlichen Sessel daheim. Fehlt nur noch die Armlehne. :lol:
Cardiotraining?
Mit dem Teil solltest du lieber gemütlich cruisen. Einen 250w HR/VR Motor mit nem anständigen Akku verbauen.

Und wenn du wirklich Cardiotraining anstrebst dann solltest du dir ein Gerät zulegen was sportlich ausgelegt ist. Leicht im Material, einen schmalen Rennsattel, schmale Bereifung und wenn' s kein Rennlenker sein soll, dann lass dir einen geraden verbauen.(evtl. ein crossbike). Dann machst du Cardiotraining ohne Limit.
Und komme mir jetzt nicht wieder mit Deinem Gewicht. Mit so einem bike und einer ausgewogenen Ernährung purzeln die Kilos nur so vom Fell.

Schluss jetzt. Gruß udo
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Ego Me Absolvo
Beiträge: 81
Registriert: Sa 17. Mai 2014, 19:25

Re: Hinterradantrieb: Drehmoment und niedrige Geschwindigkeit

Beitrag von Ego Me Absolvo »

Postman 57 hat geschrieben:...Und nun gibt es Dich. Jemand der vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht.
Du willst es aber du kriegst es nicht. Weil, und da kann dir kein Hersteller helfen, du im Grunde
genommen noch nicht bereit bist. Und weil es schwierig ist Deinen individuellen Vorstellungen gerecht zu werden.
Damit triffst Du die Situation sehr genau!
Aber eins weißt du bist jetzt immer noch nicht: wie unendlich viel Spaß es macht, e-bike zu fahren.
Mit Mittelmotor oder Hinterrad oder Vorderradmotor. Du wirst es nie erfahren wenn du noch nicht bereit bist.
Ja, das ist mir klar. Aber ich suche diesen "Fahrspaß" gar nicht. Ich benutze das Rad nur als "Mittel zum (Fitness-)Zweck".
Ich Frage mich, was nutzt mir all sein Wissen und Fachverstand wenn er das nie fühlen darf?
Du bist bestimmt ein eher warmherziger Mensch, der intensiv fühlen kann (und wahrscheinlich gerade deshalb auch so viel Optimismus und Zuversicht ausstrahlt). Mein Persönlichkeitstyp ist aber seit jeher von einem Mangel an Gefühlsfähigkeit geprägt. (Nein, ich bin nicht etwa stolz darauf. Ich nehme es nur hin und beklage mich nicht darüber.) Ich bin (in der Typologie nach C. G. Jung) ein ausgeprägter "Denktyp" mit "Intuition" als Hilfsfunktion, während das "Fühlen" weitgehend unentwickelt geblieben ist - wobei ich mich auch nicht für "kalt" halte - eher vergleichbar mit "Mr. Spock" von der "Enterprise".

Keine Angst - ich gleite jetzt nicht auch noch in psychoanalytische Theorien und Erklärungsansätze ab. Nur soviel: Ein Mensch, der eine (oder mehrere) ausgeprägte Problemzonen im psychisch-mentalen Bereich hat, hat meistens vor langer Zeit auch einen Grund dazu gehabt, diese zu entwickeln. Unsere "persönliche Beknacktheit" schützt uns meist vor Schlimmerem. Ich hab' mich an das unentwickelte Fühlen gewöhnt. Keine meiner Frauen/Partnerinnen war dazu bereit. In logischer Konsequenz lebe ich also allein.
Habe mir Dein Ortler angesehen und dann stelle ich mir vor, was meint er denn mit dem immer wieder erwähnten und herausgehobenen Begriff des Cardiotrainings?
Das Rad ist kein schlechtes. Die Komponenten stimmen.
Aber erinnert mich doch eher an den gemütlichen Sessel daheim. Fehlt nur noch die Armlehne. :lol:
Cardiotraining?
Training, Fitness und Sportlichkeit sind sehr RELATIVE Begriffe. Ich vermute, dass das, was mich an meine Leistungsgrenze bringt, Dir nur ein müdes Lächeln entlockt. Aber ich hatte vor einem Jahr eine "Herzkatheter-Ablation". Dabei wird ein Teil des (elektrischen) Reizleitungssystems im Herzinneren durchtrennt. Grund: Ich hab' mein Leben lang unter Herzrasen-Anfällen gelitten. Das kann man durchaus damit vergleichen, dass ein E-Bike-Antrieb plötzlich und unvorhersehbar und vor allem ohne jeden äußeren Grund aus sich selbst heraus plötzlich losrast und durch nichts anderes zu bremsen ist, als durch einen "gewaltsamen Stopp" (erzwungener Stillstand und Neustart. Sei es chemisch mit einem intravenösen Stoß Adenosin oder elektrisch mit 'nem Defibrillator). Das nennt sich dann auch "Kardioversion"; zu deutsch "Ein Umschlagen des viel zu schnellen Herzrhythmus' ins Normale". Erst seit relativ kurzer Zeit ist die Medizin soweit, dass sie die dahinter liegende (angeborene) Ursache tief genug verstanden hat und auch operativ beeinflussen kann. Ich musste 50 Jahre darauf warten.

Die Vorgaben meines operierenden Kardiologen sind eindeutig:
  • Sieh' zu, dass Du so viel Fitness aufbaust, wie möglich - aber übertreib's nicht!
  • Versuch' beim Fitnesstraining eine mittlere Herzfrequenz von 120/min zu halten.
  • 135/min ist als obere Grenze auch erlaubt - aber lass' die Finger davon, diesen Wert über längere Zeit halten zu wollen!
  • Alles, was aber unter 110 liegt, kannst Du Dir sparen. Das hilft zwar bei der Fettverbrennung, baut aber nicht wirklich Fitness auf.
Mit dem fahrenden Ortler-Sofa habe ich mich so arrangiert (und die Strecke danach ausgesucht), dass ich genau diese 120/min (minimal 110, maximal 130) hinkriege. (Mit dem 8-Gänge-Leihrad war das völlig unmöglich. Da hätte ich beim strammen Zu-Fuß-Gehen schon mehr Trainingseffekt.

Also: Was für mich individuell genau dosiertes "Kardiotraining" ist, wird Dir - und den meisten anderen hier im Forum - nur ein mitleidsvolles Lächeln ins Gesicht zaubern. Aber Menschen sind eben unterschiedlich: Sowohl körperlich als auch psychisch-mental.
Ein Wort zum Schluss, dann werde ich mich zu diesem Thema auch nicht mehr äußern. Denn es wird immer ermüdender Dir zu Folgen oder dich wirklich zu verstehen.
Genau das kann ich bestens verstehen. Es geht mir ja genau so - nicht etwa mit Dir - aber mit dem Thema E-Bike/Pedelec. Ich bin einfach nicht der "pedelec-geeignete Typ". Das ist das, was ich hier - neben technischen Details - gelernt habe. Dazu müsste ich mehr an Lust, Spaß und Freude orientiert sein, glaube ich.

Nach längerem Nachdenken habe ich jetzt entschieden, dass ich (mit Betonung auf meine individuellen Eigenarten und Erwartungen) das, was ich suche, gar nicht mit irgendeiner Rad-Motorisierung erreichen werde. Ich bleibe daher beim Treten aus eigener Kraft und auch bei meiner altbekannten/gewohnten Strecke. Und über "Pedelecs" denke ich erst wieder nach, wenn der Muskelschwund bei mir auch durch Training nicht wieder wettzumachen ist. Ich hoffe, das lässt noch ein paar Jahre auf sich warten.

Deshalb sage ich Dir und allen Anderen hier im Forum ganz herzlichen Dank für die wohlwollenden Informationen und die Unterstützung. In der kurzen Zeit hier habe ich sehr viel mehr Neues erfahren/gelernt, als ich je erwartet hätte. Noch vor etwa 14 Tagen hatte ich praktisch Null-Ahnung von Pedelecs und E-Bikes. Das hat sich dank Euch allen hier rasend schnell geändert! Sollte hier jemand noch etwas schreiben, schaue ich natürlich auch herein. Aber ich glaube, dass ich keine Beiträge mehr aus eigenem Anlass schreiben werde. Ich brauch' jetzt einfach "Ruhe" und "Rückzug" vom Thema "E-Radeln".

Liebe Grüße, E.M.A
Zuletzt geändert von Ego Me Absolvo am Di 27. Mai 2014, 23:39, insgesamt 1-mal geändert.
Postman 57
Beiträge: 137
Registriert: Sa 9. Nov 2013, 15:52

Re: Hinterradantrieb: Drehmoment und niedrige Geschwindigkeit

Beitrag von Postman 57 »

Lieber EmA,


ich wünsche Dir alles Gute und Gesundheit für die Zukunft.
Das lies bitte noch.

Im Jahre 1988 wurde ich von einer heftigen Krankheit überrollt. Quasi über Nacht verlor ich nahezu mein komplettes Gehör. Einhergehend mit schlimmem Drehschwindel. Diagnose: morbus meniere.

Bis dahin war mein Leben normal. Habe immer gesund gelebt. Konnte und wollte mich von dieser Krankheit, die mich bis an die Taubheit gebracht hat, nicht beherrschen lassen.
Da gab es die Familie, Freunde und viele andere Menschen die mich unterstützt haben.
Und da gab es den Sport. Ich war schon Extremsportler. Marathon, Ultra- Triathlon, 100 km Läufe usw.
War das jetzt, waren immer wieder meine Gedanken.? Nein, ich habe nie aufgegeben. Mir halt was anderes gesucht. Etwas, womit ich leben konnte. Meinem Zustand entsprechend. Etwas ruhiger halt.
Ja, und heute fahre ich mit dem e- bike zur Arbeit. Und ich weiß das Teil sehr zu schätzen.

Und ich mache weiter, immer weiter und schaue nie zurück.

Alles gute

Udo
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Ego Me Absolvo
Beiträge: 81
Registriert: Sa 17. Mai 2014, 19:25

Re: Hinterradantrieb: Drehmoment und niedrige Geschwindigkeit

Beitrag von Ego Me Absolvo »

Postman 57 hat geschrieben:...Im Jahre 1988 wurde ich von einer heftigen Krankheit überrollt. Quasi über Nacht verlor ich nahezu mein komplettes Gehör. Einhergehend mit schlimmem Drehschwindel. Diagnose: morbus meniere.
Ja, das sagt mir was. Den MM hast Du offenbar zu einem recht guten bzw. glücklichen Ende gebracht. Es gibt leider auch "maligne Verläufe", bei denen noch weitere Symptome hinzutreten und viele Jahre lang anhalten, wobei der Betroffene regelrecht "zermürbt" wird und schließlich keinen Sinn mehr im Weiterleben sieht.
Da gab es die Familie, Freunde und viele andere Menschen die mich unterstützt haben.
Menschen, die sozial kontaktfreudig sind und sich in Beziehung zu anderen Menschen wohlfühlen, haben es in schwierigen Zeiten leichter.
Ich war dagegen immer schon ein Einzelgänger, der jeder Gruppen(-Dynamik) aus dem Weg ging. Es musste immer "überschaubar" bleiben. Möglichst nicht mehr als EIN anderer Mensch gleichzeitig, auf den ich mich konzentrieren konnte. In Ausnahmefällen, die auf einen Tag begrenzt waren, durften es maximal 5 andere Personen sein. Bei größeren Gruppen habe ich leider immer die Übersicht verloren, was sicher auch mit einer Hörproblematik zu tun hat: Wenn mehrere durcheinander reden, verstehe ich gar nichts mehr. "Selektives Richtungshören" kann ich nicht. Große, hallige Räume meide ich deshalb ganz - Großveranstaltungen sowieso.

Sport macht erst in der Gruppe so richtig Spaß. Wahrscheinlich auch deshalb war ich nie ein sportlicher Typ.
Und ich mache weiter, immer weiter und schaue nie zurück.
Wenn Du die Fähigkeit dazu hast, ist das unbedingt hilfreich.
Ich muss mich schon zwingen, nicht an vergangene, schöne Erlebnisse zurückzudenken und hin und wieder auch etwas traurig zu sein, dass sie - alternsbedingt - nicht mehr wiederholbar sind. Ich schätze meine wirtschaftliche und gesundheitliche Situation (mit Ausnahme vielleicht des Übergewichts) so ein, dass es in Zukunft nicht besser werden kann. Und ich ertappe mich immer häufiger dabei, wie meine Fantasie mich in die Jugendzeit zurückführt: Ich liebe Musik der 50er und 60er-Jahre. Nostalgisch denke ich an meinen damaligen Ausflug in die Amateurfunkerei zurück, aber vor allem erinnere ich mich immer wieder an die hoffnungsvollen Zukunftserwartungen als ich zwischen 16 und 26 war. Ich weiß noch genau, wie sich das anfühlt, wenn man denkt: "Die ganze Welt steht mir offen!" "Bestimmt werde ich noch mal etwas ganz Tolles erleben, unerwartetes Glück erfahren und außerdem ein großes Vermögen anhäufen..."

Heute kann ich nicht mehr so denken.

Unabhängig davon wünsche ich auch Dir alles Gute und die bestmögliche Gesundheit. Aber als Optimist, für den ich Dich halte, sehe ich da auch gute Chancen!

LG. E.M.A
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