So eine Einzelabnahme ist keine unüberwindbare Hürde.
Allerdings sind viele Details zu beachten.
1. Welcher Akkutyp ist verbaut?
2. Wie hoch ist die Gesamtspannung?
Bei mehr als 48V ist eine Ausnahmegenehmigung nötig. Diese kostet knapp 70 €. Da es sich bei meinem Bike um ein Einzelstück handelt stellte die Erteilung kein Problem dar. Bei Serienfahrzeugen bedarf eine Spannung über 48V aufwendiger Sicherungsmaßnahmen.
3. Details zum Batteriemanagement.
4. Betriebszustand muss angezeigt werden. Grüne LED bei mir.

5. Kettenschutz ist Pflicht.
6. Der Seitenständer muss selbsttätig einklappen oder per Taster die Motorsteuerung deaktivieren.
7. Blinker müssen nicht sein, ich habe mich aber dafür wegen der eigenen Sicherheit entschieden. Lenkerendblinker der Firma Motogadget sind sündhaft teuer, aber funktionieren tadellos und stören nicht beim pedalieren.
8. Eine Kennzeichenbeleuchtung nebst Rücklicht darf auch nicht fehlen.
9. Der LED Hauptscheinwerfer liegt mit Abblendlicht bereits im Rennen. Bei mir ist noch Fernlicht verbaut. Dann aber müssen beide Betriebszustände dem Fahrer angezeigt werden. Oder aber die Schalterstellung erledigt dies ohne zusätzliche Kontrollleuchten.
10. Schutzbleche sind keine Pflicht!

11. Der Rahmen wurde weder geröntgt noch irgendwie vom Tüv kontrolliert. Lediglich die Seriennummer wird vor Ort eingeschlagen. Ein guter Freund hat mal meinen Rahmen mathematisch überprüft. Mit dem Ergebnis das ich 4,3 Kg an Eisen hätte sparen können.
12. Fahrradreifen sind zwar gestattet. Doch sorgen diese mit häufigen Pannen für Dauerärger. Seit dem Umstieg auf die K65 von Heidenau fährt sich das Bike phantastisch. Auch ein fast paralleles Überqueren der Schienen der Strassenbahn treibt einem nun keinen Angstschweiß mehr auf die Stirn.
-Übrigens waren die Maxxis Hookworm Reifen meistens nach 700 Km verschlissen. Die Motorradreifen haben kürzlich die 5000 Km Marke geknackt. Ohne sichtbaren Verschleiß! -
13. Welcher Regler ist verbaut und wie wird eine Manipulation der Geschwindigkeit verhindert?
14. Alle Stecker sollten Wasserdicht sein. Zumindest an den exponierten Stellen.
15. Angaben zur Federung im Detail. Welche Gabel, welches Federbein? Wie viel Newton hat die Feder?
16. GAAANZ wichtig, der Notausschalter. Bei mir gibt es noch einen Stecker der beim ziehen das komplette Bike stromlos schaltet und sogar die Reihenschaltung der Akkuzellen aufhebt. Der Firma Harting sei dank!
Letztendlich entscheidet aber der Prüfer was geht und was nicht.
Was definitiv nicht geht sind Bastellösungen!
Sprich irgend ein klapperiger Bikerahmen, wo alle elektrisch nötigen Komponenten lieblos per Kabelbinder montiert wurden.
Überhaupt durfte ich bei der Kabelverlegung einiges nachbessern. Nichts darf irgendwo scheuern oder an scharfen Kanten vorbei geführt werden.
So ein Kabelbaum wird schnell verdammt unübersichtlich. Er sollte deshalb leicht demontierbar sein. Stichwort Stecker und Buchsen. Diese natürlich verpolungssicher!
17. Ein genauer Schaltplan ist Pflicht!
Die Abnahme nahm inklusive des vielen Schreibkrames an alle möglichen Behörden gut 7 Monate in Anspruch.
Geduld zahlte sich in diesem Falle aus.

Hier wird gerade der Steuerkopf am Rahmen angeschweißt.
Bau der Tretlagergetriebehalterung.