Aloha,
ich hab mir hier im Shop das Yupik E-Feather E-Fatbike (2016) bestellt und möchte mal meine bisherigen Erfahrungen damit weitergeben.
Zuerst der Entscheidungsgrund:
Mein altes Cannondalefully ist inzwischen 20 Jahre alt, deshalb habe ich mich so langsam nach einem neuen Bike umgeschaut. Letzten Sommer habe ich zum ersten Mal die Fatbikes im Shop gesehen und in meinen Augen hat groß Will-Haben! geleuchtet.
Mit dem Fully bin ich bisher aber, außer hartem Gelände, auch weitere Touren gefahren. Dazu schienen mir die Fatbikes aber nicht geeignet, viel zu schwer. Diesen Sommer habe ich eFatbikes gesehen und mich jetzt etwas informiert. Da ich nicht mehr so viel fahre wie in jungen Jahren, sollte es kein zu teueres sein. Und da kam mir das Yupik gerade recht. Von der Ausstattung ganz ordentlich, nur der Bafang-Motor lies mich zuerst zweifeln. Nachdem ich mich umfassend darüber informiert habe, habe ich beim Bike zugegriffen.
Das Bike wurde letzte Woche geliefert. Da ich erst gegen 21:00 Uhr zur Proberunde aufbrechen konnte und nur so schwache Beleuchtung zur Hand hatte, fiel diese mit 16 km etwas kurz aus.
Also: Bei mir vor dem Haus fahren oft Rentner mit ihren e-Bikes die Straße hoch, mit 25 km/h und scheinbar mühelos. So funktioniert das beim Yupik nicht. Auch in der höchsten Stufe muss man ganz schön reintreten, wenn eine längere Steigung ansteht. Auf dem Rückweg der Tour ist eine 4 km lange Steigung abzustrampeln. Bisher, also ohne Motor und dünnen 2,35er Reifen hatte ich da durchschnittlich 12 km/h. Mit dem Yupik lag der Durchschnitt nur bei 16 km/h, allerdings war ich oben lange nicht so fertig wie mit dem alten Bike. Lange Steigungen sind also nicht sein Fall, aber die richtig steilen Abkürzungen sind ein Traum! Dazu später mehr, am Samstagabend habe ich die zweite Proberunde gedreht, bei Tageslicht.
Von der Ausstattung kann man nicht meckern. Die Shimano Scheibenbremsen verzögern sicher. Die Shimano Deore 9-fach ist allerdings etwas lahm, wenn man in höhere Gänge wechseln will. Die Reifen (Kenda Juggernaut 4.0) haben einen ernormen Selfsteering Effekt! Jedenfalls mit dem Luftdruck bei Auslieferung. Ich muss da noch mit unterschiedlichen Drücken experimentieren. Jedenfalls, wenn man in enge Kurven lenkt, kippt der Reifen plötlich ab und zieht nach innen. Wenn man nicht darauf gefasst ist, kann das leicht in einem Sturz enden.
Zum Motor:
Der Motor zieht richtig kräftig (für ein 250 Wattmaschinchen). Wie geschrieben, ein Rentnerpedelec kann das Bike nicht ersetzen. Aber wenn man den üblichen Forstweg mal verlässt und solch kleine Singletrails hochfährt, die man sonst nur runtergefahren ist - Hammer! Mit den fetten Schlappen klettert das Teil über Wurzeln und Felsen, da kommt richtig Fun auf! Bergab nehmen die Reifen auch einige Schläge ab, schaukeln das Bike aber etwas auf. Zum alten Fully kein Vergleich. Mit der aktuellen Schaltung kommt man auf der Straße bergab nur auf ca. 55 km/h, dann kommt man mit dem pedalieren nicht mehr nach. Da muss ich vielleicht noch was umrüsten. Mein altes Bike hatte rechnerisch 63 Gänge, da konnte man auch bei 80/90 noch ordentlich Kette geben.
Besonderheit Bafang und tunen:
Bei 25 km/h hört die Unterstützung auf. Fühlt sich lustig an. Man wird schneller, bei 25 km/h wird es etwas schwerer zu treten. Na gut, schon EINIGES schwerer. Also wird man wieder langsamer. Bei 24 schubst einen das Rad aber wieder vorwärtst. Deshalb habe ich mich mal über "Tuningmöglichkeiten" informiert. Die gibt es und die sind, Überraschung, 30 bis 50 Euro günstiger als bei anderen Motoren! Da bei der Bestellmöglichkeit aber nichts von Sonderwerkzeug eingetragen war, hab ich das erst mal gelassen. Gott sei Dank! Da dem Bike kein Begleitmaterial beilag, hab ich am Anfang doch eine Weile gebraucht und zu kapieren, dass man zum Einschalten den Powerknopf 2 Sekunden halten muss. Während der Fahrt bin ich versehentlich 2 mal auf den Infoknopf gekommen und fand mich im Servicemenü wieder - wo ich vor lauter Abkürzungen nichts verstand. Also im Internet nach einer Anleitung gesucht und die englische für Servicemitarbeiter gefunden. Dort fand ich in einem Untermenü die Möglichkeit, die Sperre bei 25 km/h einfach zu erhöhen! Laut der Anleitung in Kilometerschritten bis 60 km/h. Wow, so wäre das Tuning nicht nur völlig kostenlos, sondern auch ohne Eingriff in die Hardware möglich!
Allerdings ist mir auf der zweiten Runde bei Kilometer 36 die Kette gerissen. Keine Ahnung an was das lag, ich habe da gerade nicht mal besonders fest getreten. War im dritten Gang auf einem relativ ebenem Singletrail über Felsen unterwegs. Eigentlich wollte ich mir heute eine neue holen und wieder spazieren fahren, aber ich liege gerade im Sterben, Männergrippe. Schweinewelt!
Fröhlich grüßt
Klein Andy
Rezension für Yupik E-Feather E-Fatbike (2016)
- Klein Andy
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- Registriert: Sa 24. Sep 2016, 19:40
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