Speiche gerissen - schon wieder

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Moselhubert
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Re: Speiche gerissen - schon wieder

Beitrag von Moselhubert »

Älteres Detailfoto: ja, aber die vergewaltigten Speichen gehen nicht ganz deutlich daraus hervor.
Mit "Speichen viel zu stark" meinte der Fachschrauber die Dicke; aber das hätte er mir ja auch bei der ersten Überholung sagen können. Andererseits kam die Felge ja mit den verstärkten Speichen (auf meinen Wunsch hin) so von ELFEI.
Relish, was genau meinst Du mit "Abdrücken". Laufradtechnisch bin ich eher Laie und ich habe diesen Begriff noch nie gehört...
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Relish
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Re: Speiche gerissen - schon wieder

Beitrag von Relish »

abdrücken ist quasi das "manuelle Setzen" der Speichen.
Wenn du neu einspeichst kannst du zwar alles entsprechend "festziehen", aber wenn das Rad auf die Straße kommt, dann arbeitet die Felge noch und die Speichen setzen sich. (Die vorherige Spannung der speichen ist dann natürlich fürn Popo.)

Gepunzte Felgen sind ein bisserl von Vorteil weil dann in die Felge quasi schon ein Winkel vorgegeben ist (Das die speiche nicht wie bei deinen Pfeilen so schräg stehen. Letztendlich ist das aber kein PRoblem für die Speiche sondern eher für die Felge.
Bei geösten oder doppelt-geösten gibt es geteilte Meinung. Sieht gut aus und überwiegend wird die Meinung vertreten das geöst ein Must-Have ist. "Profis" sagen das ösen verwendet werden weil die Felge zu billig gebaut ist.
Meine Meinung dazu ist ähnlich. Ich finde ungeöste eher hässlich(er) aber Tandem Felgen oder Offizielle eBike Felgen wie Andra 40 usw haben keine Ösen. Dafür ordentlich "Fleisch" im Speichen-Steg.
Ich rüste mein 28er grad auf 26er Bereifung um und lass mir Mavic 729er einspeichen. Ist ne Downhillfelge mit bestem Ruf.
(Sie ist Trotzdem geöst ;D)

Das Gewinde alle Speichen sollte an den Nippeln nicht zu sehen sein. Wenn doch ist die Speichenlänge zu kurz oder zu schlaff gespannt.
(Oder eben Pfusch bzw nicht so ganz Versiert :P)
Wenn eine Speiche mit der Gesamten Gewindelänge den Speichennippel erfasst, reisst eher die Felge aus, als das die Speiche reisst.
(Bei Alu-nippel vielleicht das Gewinde dann, aber wer verbaut Alu-Nippel ;P)

Auf dem Bild sehen die Speichen für mich nach "mehr" aus. Also dicker als 2....
Aber selbst wenn, macht das nichts. Die Amis verbasten ihre Direktläufer allesamt in 12G (3mm Speichen)
Hier ist das nicht üblich. 2,34-2,0 -2,0 ist so der Standard.

(Wenn es bei dir keine Sapim Strong sind sondern China Speichen, kann es auch sein das sie einfach zu weich sind und sich enrsprechend on selbst längen, locker werden, brechen.)

Ich glaube aber das in meinem Link das Abdrücken noch besser Erklärt wird. Ich schau da gleich nochmal rein.
Relish
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Re: Speiche gerissen - schon wieder

Beitrag von Relish »

Zitat aus dem Link:

Laufrad abdrücken und stress relieving der Speichen

Bei einem Aufbau eines neuen Laufrades wird empfohlen, die Räder mehrfach abzudrücken. Auch zwischendurch wenn die Speichen noch nicht komplett angespannt sind. Bei immer fester werdender Speichenspannung hat das abdrücken immer weniger Effekt. Man drückt dazu mit den Unterarmen die Speichen nach unten, während das Rad auf den Oberschenkeln liegt. Auch leichte Schläge mit einem Körner auf den Speichenkopf können dazu führen das sich die Speichen schneller setzen. Bei nicht zu fester Spannung kann man mit den Fingern den Speichenkopf an den Anschlag der Nabe schieben. Auch kann man sich mit den Händen und dem Körpergewicht auf den Felgen etwas unterhalb der Häfte (auf 2 und 10 Uhr) abstützen um vertikale Belastung auf der Nabe zu erzeugen. Dazu dreht man die Felge immer pro Speichenpaar weiter und drückt erneut. Bei Industrielager sollte man die Achse auf keinen Fall seitlich belasten, hier kann man sich eine Art Hülse machen, damit der Druck auf den Nabenkörper geht. Wenn man vom Händler ein gebautes Laufrad mit Industrielagern bekommt, daß überhaupt kein Geräusch auf dem ersten Meter macht, dann kann es sein das die Lager hier schon stark axial belastet wurden.

Viel interessanter finde ich jedoch, was auch nicht sehr verbreitet ist, die Haltbarkeit der Speichen durch sehr hohe Vorspannung weiter zu erhöhen. Man muss sich das so vorstellen, daß eine Speiche aus lauter einzelnen Fäden besteht. Diese Fäden sind teilweise verspannt und manche sind kürzer (hohe Spannung), andere länger (niedrige Spannung). Die längeren liegen meist im Kern der Speiche und werden so nicht belastet, da zuerst die kurzen Fäden auseinander gezogen werden. Der Trick ist nun, die Speiche so weit zu dehnen, daß sich die kurzen Fäden dauerhaft auseinander ziehen. Somit wird die Last im normalen Betrieb von mehr Fäden aufgefangen. Erreicht wird dies dadurch, daß man die Speichen, die jeweils parallel zueinander laufen, kräftig per Hand zusammenzieht. Dazu sollte man feste Handschuhe tragen. Ob die per Hand erzeugte Spannung wirklich derart hoch ist und ob sich die Speiche dadurch bereits dauerhaft längt, dazu kann ich leider nichts sagen.

Ein nicht abgedrücktes Rad erzeugt knarzende, plingende Geräusche. Ich habe jedoch noch nicht erlebt, das ein nicht abgedrücktes Rad sofort nachzentriert werden musste. Auch habe ich es noch nie geschafft diese Geräusche auf den ersten 10 Metern komplett zu verhindern, bei Bogenspeichen. Sobald man ein Laufrad einige wenige KM fährt, ist es nicht mehr notwendig etwas abzudrücken, außer vielleicht stress relieving bei den Speichen.
Fichtenmoped
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Re: Speiche gerissen - schon wieder

Beitrag von Fichtenmoped »

Hatte in der vergangenen Nacht bereits einen Brief verfasst, und als ich auf Senden gedrückt habe, war der Brief futsch. Ich vergaß, mich vorab einzuloggen. Das sind so die Zeichen von dem Alter ;-)

Hallo Relais, aus der Doku, die Du mir beigelegt hast kann ich entnehmen, dass solche Nieten nicht an den Zentrierständer gehören, es sei denn, dieser Mensch will verdeutlichen,was geschehen kann, wenn es um eine nicht fachgerechte Einspeichung geht. Ein wenig kommen meine Erfahrungen den Darstellungen doch nahe. Das Foto, wo die Speiche durch Überspannung den Fehlgenboden um die kleine Speichen-Bohrung sprengt, da frage ich mich, welcher Idiot so gefühllos einspeicht. Aber was außerdem noch passieren kann, habe ich ja bereits verdeutlicht. Was das Foto mit der schwachen Vorspannung zum Ausdruck bringen soll, weiß ich nicht. Kein Fahrradmonteur würde so oder ähnelnd einspeichen. Mit zu loser Einspannung wollte ich es so nicht zum Ausdruck bringen. Zu lose Vorspannung beginnt dort, wenn der Speichennippel aufgeschraubt auf das Speichengewinde in der Felgenbohrung noch schwer hin und her zu schieben ist. Ein von Hand eingespeichertes Laufrad kann natürlich mit dem maschinell eingespeichten nicht mithalten.

Hallo Hubertus. Es ist ein verdammtes Ärgernis, wenn ein Problem nicht behoben werden kann. Solch einen Reinfall musste ich erfahren, als mir der erste Bausatz zugesendet wurde. Seitenschlag 5mm in der Felge und ein beträchtlicher Höhenschlag dazu. Elfei war aber sofort bereit, dies in Ordnung zu bringen. Weil ich selbst Einspeiche, gelang es mir, diesen Schaden gleich zu beheben.

Meine Frage an Dich ist, springst Du noch den Banyhop und überfliegst Du noch dreißig Zentimeter hohe Schottersteine? Bei solchen Voraussetzungen wirst Du immer mal wieder mit einer zerrissenen Speiche rechnen müssen. Ich gehe davon aus, dass der Werkstattservice mehr kann, als eirige Felgen zu versenden. Gegebenenfalls willst Du mir dieses Laufrad zusenden. An solche einen Brocken mit 500 Watt habe ich mich noch nicht getraut. Ich möchte hierbei keine Verantwortung übernehmen, sollte es zu einem gehörigen Sturz kommen wegen zerbrochener Speiche. Was ich aber eventuell tun kann ist, meinen Bekannten zu fragen, ob er für eine Einspeichung bereit ist. Dieser Mensch ist für mich der beste Fahrradmonteur in nah und fern. So etwas spricht sich schnell herum, aus diesem Grund hat er Hände voll zu tun. All dies ist aber noch keine Zusage!

Hallo Moselhubert, wenn dieses Problem absolut nicht behoben wird, dann lass mir eine persönliche Nachricht zukommen. Ich will versuchen, was ich für Dich tun kann. Du musst Dich nicht sorgen, was die Rücksendung Deines Laufrads und den Motor betrifft. Ich bin kein Kassenautomatensprenger, der sich bei Nacht in den Sparkassen herum treibt, um dort das große Geld zu machen.

Fichtenmoped

PS: Nach jeder Einspeichung lege ich das Laufrad auf den Boden (Stirnseite auf Achse), um mich dann auf die Felgenflanke zu stellen. Möglichst mehrere Stellen nutzen, um später auf der anderen Seite das selbe zu tun. Hierbei werden knatschende Geräusche hörbar sein. Danach wird im Zentrierständer geprüft, ob das Rad, zuvor mit einer Messuhr gerichtet, noch ok ist, sonst wird nach gerichtet.

Was ich fast vergessen hätte zu erwähnen. Wir alle, die von Elfei den Hinterradmotor fahren, waren gezwungen, das Ausfallende (Maul) zu erweitern. Hier ist Passarbeit gefragt. Wird das Maul unwesentlich größer ausgearbeitet, wie es erforderlich ist, macht sich dies am Speichenkopf (Gewinde) erheblich bemerkbar. Was im schlimmsten Fall auch zu einer gebrochenen Speiche führen kann. Die 10 Millimeter Nasenbreite an der Unterlegscheibe sollte so genau wie möglich erreicht werden.

All meine Empfehlungen in diesem Beitrag sind Erfahrungswerte, die mich in meinem Fahrradleben bereichert haben. Bin in absehbarer Zeit nicht erreichbar, weil eine Tour nach Dänemark ansteht. Weiterhin viel Erfolg, was Dein Problem angeht.
Fichtenmoped
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Moselhubert
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Re: Speiche gerissen - schon wieder

Beitrag von Moselhubert »

@ Fichtenmoped:
Nein, ich springe nicht und fliege nicht mit dem Rad. :D
Es kommt ausschließlich auf der Straße zum Einsatz, mit Straßen-Ballonreifen, allerdings immer recht flott, nur selten unter 30 - 35 km/h.

Deine Anmerkung zur notwendigen Überarbeitung der Ausfallenden kann ich nicht bestätigen; bei mir hat alles "aus dem Stand heraus" gepaßt, nicht gewackelt & hatte keine Luft.

Die Felge ist zur Zeit noch beim Fachschrauber, ich bekomme in den nächsten Tag einen Anruf, wenn fertig. Bin mal gespannt, was der Spaß diesmal wieder kostet :roll: Auf jeden Fall werde ich diesmal eine Rechnung verlangen und mal nachhaken, wie es denn mit Garantie o.Ä. aussieht...

Vielen Dank an Euch für die ausführlichen Beschreibungen und Tipps. Ich berichte weiter, wenn die Felge wieder zurück ist.
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Moselhubert
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Re: Speiche gerissen - schon wieder

Beitrag von Moselhubert »

So, Hinterradfelge ist wieder da, habe sie gestern vom Schrauber abgeholt. 2 Speichen ersetzt, Felge neu zentriert (ganze Felge um 3mm weiter nach rechts, also zur der Kassette gegenüberliegenden Seite) macht zusammen 25,- Euronen.

Die Speichen machen zwar immer noch einen leicht "vergewaltigten" Eindruck, aber nach Einbau, Neujustierung der Bremse und anschließender Probefahrt macht`s einen guten Eindruck :mrgreen:

Der Schrauber meinte dazu: bedingt durch den großen Durchmesser des Motors (und die dadurch relativ kurzen Speichen) bleibt es nicht aus, daß der Winkel der Speichen ziemlich spitz ist.
Relish
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Re: Speiche gerissen - schon wieder

Beitrag von Relish »

Deshalb nimmt man (nach Möglichkeit) gepunzte Felgen ;)
Dann mal toi toi toi :)
Fichtenmoped
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Re: Speiche gerissen - schon wieder

Beitrag von Fichtenmoped »

Hallo Hubert ich sehe gerade das Du dein Problemrad wieder zurück
hast. Ich wünsche Dir das dieses Mal dieser Einspeichzpetzialist das glückliche
Händchen hatte.
Die 25 Euröchen sind vertretbar :D

ps. was diesen spitzen Winkel betrifft,kann ich bestätigen
P51-GT
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Re: Speiche gerissen - schon wieder

Beitrag von P51-GT »

Hatte auch Probleme mit von Elfei eingespeichtem Hinterrad-Motor. Nach 8 (!) Speichenbrüchen (1 mal hab ich das Hinterrad zur Repartur an Elfei zurückgeschickt, danach immer selber die Speichen ersetzt) bin ich total frustriert zum örtlichen Fahrrad-Fachmann. Problem erklärt und den Auftrag gegeben, ohne Rücksicht auf die Kosten die beste Felge mit den besten Speichen zu verwenden. Das war vor 1,5 Jahren, seither hatte ich nie mehr ein Problem. Auf meine Bemerkung, dass Elfei doch hochwertiges Material verbaut hat, hatte er nur ein mitleidiges Lächeln übrig. Weiss nicht mehr was mich der Spass gekostet hat, aber es war mir jeden Cent wert.
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