Eine Geschichte mit Happy-End

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flo
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Registriert: Mi 22. Aug 2012, 19:48

Eine Geschichte mit Happy-End

Beitrag von flo »

Hallo zusammen,

ich möchte euch/Ihnen meinen Umbau vorstellen!

Ich habe mir den Hinterrad-Umbausatz 250W gekauft, den ich mit einem bei eBay geschossenen 9Ah-Akku betreibe.

Der Umbau hat mich fast wahnsinnig gemacht. Ich bin vor mehrere Probleme gestoßen, die aber "eigentlich" nichts mit dem Umbausatz an sich zu tun haben:

Das Kettenproblem:
Zuerst habe ich das Hinterrad ausgetauscht (unter Einsatz eines Hammers). Ich bin dann vor das Problem gestoßen, dass das obere Zahnrädchen des Umwerfers am größten Zahnrad des Zahnkranz geschliffen hat, was ich mir mit den zwei zusätzlichen Ritzeln pro Scheibe des Zahnkranzes (im Vergleich zum ursprünglichen Zahnkranz) erklärt habe. Habe dann "logisch" geschlussfolgert, dass nur eine zu lange Kette die Ursache sein kann. Also habe ich mir im Baumarkt eine Kette gekauft. Aber wie die alte Kette entfernen? Nachdem ich erfolglos mit dem Hammer darauf rumgehämmert habe und mir einen sündhaft teuren Bohrer (hab die alte Hilti aus dem Keller geholt) ruiniert hatte (Merke: Fahrradkette ist gehärteter Stahl), war ich am verzweifeln. Am liebsten hätte ich die Kette gepackt (mit dem Fahrrad daran) und sie so lange umhergeschleudert, bis sie reißt. Zum Glück war ich schlauer und habe mir im Baumarkt so ein "Entnietungsgerät" gekauft, mit dem ich die Kette dann tatsächlich öffnen konnte. Leider musste ich dann feststellen, dass die neu gekaufte Kette genauso lange ist, wie die ursprüngliche. Also nochmal zum Baumarkt, die gleiche Kette nochmal gekauft, drei oder vier Glieder der einen Kette entnommen und der anderen hinzugefügt um sie zu verlängern. Kette eingebaut. Geräusche. Ich habe mir dann Hilfe von meinem Nachbar geholt, einem ambitionierten Fahrradfahrer, der gleich erkannt hat, dass die gekauften Ketten nicht für 9er-Zahnkränze geeignet ist. Also eine weitere Kette gekauft (übrigens die gleiche Länge wie die ursprüngliche Kette) und eingebaut. Etwas an verschiedenen Schrauben rumgedreht - passt! Oh mann..

Das Kabelproblem:
Ich konnte dann den Umbau fortsetzen, habe aber keine Position des Controllers gefunden, an der alle Kabel von der Länge her passend wären, obwohl ich behaupten würde, dass ich ein Standardrad fahre. Ich hab mir dann gedacht, wenn ich eh schon Kabel nachbestellen muss, dann befestige ich den Controller gleich an einer Stelle, die mir am besten gefällt: unter dem Körbchen, über dem Hinterrad. Also zwei lange EB-Bus-Kabel bestellt und ein kurzes Motorkabel. Geliefert wurden leider zwei lange EB-Bus-Kabel und ein kurzes EB-Bus-Kabel. Mann war ich sauer! Erst dauert die Lieferung vier Wochen, dann muss man Kabel nachbestellen und zu guter letzt wurden die Kabel dann nicht mal passend geliefert... Mein Kompliment an den Support, der das Problem sehr großzügig gelöst hat und mit mit Humor begegnet ist. Aber ich bin immer noch der Meinung: eine längere Lieferzeit ist okay, aber auf der Homepage sollte dann die Lieferzeit nicht mit einer Woche ausgewiesen sein. Nun, ich konnte den Umbau dann fortsetzen. (Achja: Das Ersatzkabel kam an dem Tag, an dem ich meinen Ehering beim Schlauchbootfahren versenkt habe - aber dafür könnt ihr ja nichts...).

Das Kabelproblem - 2:
Ich konnte mit der Anleitung leider nicht so viel anfangen, was aber wahrscheinlich an mir liegt - andere Forenbeiträge äußern sich sehr positiv darüber. Ich habe leider Trittsensor mit Tachosensor verwechselt. Nachdem ich den Fehler bemerkt habe, stand ich wieder vor dem Problem, mit dem zu kurzen Kabel vom Trittsensor zum Körbchen. Das konnte ich aber relativ problemlos verlängern.


Ergebnis:
Inzwischen läuft das System problemlos und ich habe sehr viel über die Fahrradreparatur gelernt!
Täglich fahre ich etwa 12km einfach zur Arbeit (4km Landstraße, 4km Westpark, 4km Stadt) und schaffe die Strecke in etwa 30-35 Minuten. Eigentlich brauche ich den Motor nicht unbedingt, aber er bietet den entscheidenden "Kick", der dafür sorgt, dass ich täglich gerne in die Arbeit fahre. Zumal ich jetzt schneller bin als die U-Bahn. Wochenendausflüge mit Kinderanhänger machen nun auch mehr Spaß! Ganz toll! Ich bin wirklich begeistert (meine Arbeitskollegen, welche gleich Probefahrten wollten, ebenfalls) und wir werden das Fahrrad meiner Frau ebenfalls bald nachrüsten. Der Akku reicht für mindestens 50km (Stufe 5, ohne Kinderanhänger, mit gemütlichen mit-treten und mehreren ungemütlichen Steigungen, ca. 115kg Systemgewicht). Ich bin inzwischen fast 500km gefahren. Fahrergewicht fallend. ;)


Aktuelle Probleme:
- Der ELFEi Akku-Stecker ist wohl nicht dafür geeignet, die Verbindung jeden Tag zu trennen und wieder zu befestigen - Hier kommt es inzwischen manchmal zu Wackelkontakten
- Der Tacho zeigt - wenn ich recht zügig fahre, plötzlich, aber nur für sehr kurze Zeit Werte bis 95km/h an, wodurch natürlich der Motor sofort aussetzt bis der Wert wieder unter 25km/h ist.. Manchmal zeigt er einfach nur 0km/h an. Sehr lästig. Ich habe den Verdacht, als würde das vermehrt auftreten, wenn ich mit den Rädern gegen abgesenkte Bordsteinkanten "knalle" (Fahrradwege in München sind oft nicht besonders "sanft")
- Ich habe das Gefühl, das Hinterrad könnte möglicherweise leicht eiern.. Leider will sich das der Fahrradhändler vor Ort nicht ansehen, wegen dem selbstverbauten Motor.

Hier die Bilder des Umbaus.

Ein Bild habe ich markiert:
1, LCD und Anfahrhilfe
2, EB-Bus-Kabel: Grün: Verlauf des EB-Bus-Kabels
3, Trittsensor
4, Verlauf des Kabels Trittsensor -> Controller
5, Motor: Rosa: Verlauf des Motorkabels -> Controller
6, Akku: Gelb: Kabel Akku -> Controller (Kleines Loch ins Körbchen geknippst)
7, Controller
Nicht markiert: Tachosensor. Befindet sich unterhalb der Hinterradbremsen.

Viele Grüße,
Florian

P.S. Der Ersatzehering ist bereits an meinem Finger ;)
P.P.S. Ich hoffe, die Bildergröße ist passend. Ich hab ein Retina-Laptop und was hier klein aussieht im Dateimanager, ist im Browser riesig. Deshalb habe ich alle mal 50% verkleinert..
Dateianhänge
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flo
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Re: Eine Geschichte mit Happy-End

Beitrag von flo »

Evtl. bin ich im falschen Forum gelandet. Bitte ggf. verschieben. Danke!

Hinweis: Auf keinen Fall will ich Interessenten durch meinen Bericht abschrecken. Ich hab mich einfach etwas blöd angestellt :D
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harry
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Wohnort: Erlangen

Re: Eine Geschichte mit Happy-End

Beitrag von harry »

Hallo Florian,

danke für den ausführlichen Bericht!

Wegen der verspäteten Lieferung und dem Packfehler möchte ich mich höflichst entschuldigen. Normalerweise stimmen unsere Lieferzeit-Angaben. Während der Hochsaison kann es aber sein, dass bei Umbausätzen eine bestimmte Konfiguration nicht lieferbar ist. Das liegt daran, dass es sehr viele verschiedene Kombinationsmöglichkeiten gibt (Felge, Zahnkranz, Motor, Display, ...).

Zu deinen aktuellen Problemen kann ich folgendes sagen:
Der ELFEi Akku-Stecker ist wohl nicht dafür geeignet, die Verbindung jeden Tag zu trennen und wieder zu befestigen - Hier kommt es inzwischen manchmal zu Wackelkontakten
stimmt, der ELFEi Akku-Stecker ist nicht dafür geeignet, die Verbindung jeden Tag zu trennen. Du verwendest einen Fremdakku. Bei ELFEi-Akkus muss die Verbindung zwischen Controller und Akkuhalter nicht getrennt werden, da die Akkus ja einfach aus der Halterung genommen werden können. Stecker müssen deshalb nicht leicht lösbar, sondern 100% Wasserdicht sein.
Der Tacho zeigt - wenn ich recht zügig fahre, plötzlich, aber nur für sehr kurze Zeit Werte bis 95km/h an, wodurch natürlich der Motor sofort aussetzt bis der Wert wieder unter 25km/h ist.. Manchmal zeigt er einfach nur 0km/h an. Sehr lästig. Ich habe den Verdacht, als würde das vermehrt auftreten, wenn ich mit den Rädern gegen abgesenkte Bordsteinkanten "knalle" (Fahrradwege in München sind oft nicht besonders "sanft")
Hierbei kann es sich um eine Kinderkrankheit des Tachosensors handeln, die aber mittlerweile entdeckt und behoben wurde. Das Kabel am Tachosensor war nämlich etwas unsauber befestigt. Wird das Kabel stark gespannt, kann ein Wackelkontakt auftreten. Wenn du dafür sorgst, dass keine Spannungen am Kabel auftreten, sollte das das Problem bei Dir lösen.
Ich habe das Gefühl, das Hinterrad könnte möglicherweise leicht eiern.. Leider will sich das der Fahrradhändler vor Ort nicht ansehen, wegen dem selbstverbauten Motor.
Ich würde empfehlen, es bei einer anderen Fahrradwerkstatt zu probieren. Die Räder werden alle bei uns von Hand eingepeicht. man sollte bei neuen Laufrädern nach ein paar Kilometern die Speichen noch mal kurz nachziehen. Man kann das selber machen, zu einer Fahrradwerkstatt gehen, oder das Rad auch gerne bei uns einschicken. Wir ziehen die Speichen dann kostenlos nach.

Gruß,
Harry
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