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Lipos "einarbeiten"

Verfasst: Do 14. Feb 2013, 00:21
von Puffky
Das Thema scheint allgemein recht unbekannt zu sein, deshalb schreibe ich dazu mal was. Lipos werden bei der Herstellung mit einer speziellen Chemikalie versehen, die als Reaktionsbremse dient. Das bedeutet, die Chemie im Akku wird ruhig gestellt, dadurch ist ein neuer Lipo länger lagerfähig. Dieser Zusatz bewirkt auch, daß die Zellen anfangs hochohmiger sind, also nicht ihre volle Leistung bringen. Bei den ersten 3 - 5 Zyklen wird dieser Zusatz restlos abgebaut und der Akku erreicht erst dann seine volle Leistungsfähigkeit. Als sinnvoll hat sich dabei für Turnigy 20C Lipos folgendes Vorgehen herauskristallisiert:

Erste Ladung mit 0,5 C bis 100 %
Erste Entladung mit 0,5 C auf 3,7 Volt / Zelle
Zweite Ladung mit 0,5 C auf 100 %
Zweite Entladung mit 0,5 C auf 3,6 Volt / Zelle
Dritte Ladung mit 1 C auf 100 %
Dritte Entladung mit 1 C auf 3,6 Volt / Zelle
Vierte Ladung mit 1C auf 100 %
Erster Flugeinsatz mit gemäßigten Strömen, also sanftem Flugstil, Flugzeit auf ca. 50 - 60 % Entladung beschränken
Fünfte Ladung mit 1C auf 100 %
Zweiter Flug mit Nutzung von 70 - 80 % der Kapazität mit sanftem Flugstil

Wichtig: alle Ladungen und Entladungen am Lader immer mit Balancer durchführen, nie ohne!

Ab diesem Punkt kann der Akku voll rangenommen werden, da er nun gut ausbalanciert und eingearbeitet ist.

Durch sie langsame Einarbeitung mit niedrigen Strömen wird nicht nur der Reaktionshemmer abgebaut, sondern auch die anfängliche Zellendrift stark reduziert. Solange man den Akku nicht restlos leer saugt, driften die Zellen nur noch ganz wenig, was jeder Balancer schnell und zuverlässig ausgleichen kann. Der Lohn dieser Mühe ist ein Akku, der problemlos arbeitet, wenig Wärme produziert und eine lange Lebenserwartung hat.

Die Anschaffung eines hochwertigen Ladegerätes von robbe oder Hyperion kann ich ganz besonders empfehlen, da sie sehr genau arbeiten und alle notwendigen Funktionen zur Verfügung stellen. Mit schlechten Ladegeräten halten selbst die besten Akkus nicht lange, mit guten Ladern aber halten auch billige Akkus erstaunlich lange. Ein gutes Ladegerät und ein langsam eingearbeiteter Akku sorgen für einen problemlosen Flugbetrieb über lange Zeit hinweg. Manche meiner Turnigy 20C Lipos haben schon mehr als 200 Zyklen erreicht und sind immer noch gut in Form. Auch nach so langer Betriebszeit mit maximal 80 % Entladung driften die Akkus nur gering. Nicht eingearbeitete Akkus fangen deutlich früher an zu driften und erreichen nicht diese hohe Zyklenzahl, nach 50 - 100 Zyklen kann dann schon Schluß sein, Kapazität und Leistungsfähigkeit lassen stark nach.

Quelle: http://hk-helis.forum-aktiv.com/t188-li ... e-leistung

Sehr Interessant! Hab ich bis heute noch nicht gewusst und werde es in Zukunft auch so machen.

Re: Lipos "einarbeiten"

Verfasst: Do 14. Feb 2013, 10:02
von Relish
ist auch übertrieben.
das mit einer Schicht habe ich auch schon mal "gehört".
Aber warum gibt das kein Hersteller an? nicht mal die 3x soviel kosten.

Ich bin ja auch ein Logging freak. Und ich seh bei jedem Ladevorgang den innenwiderstand im display.
da hat sich nix verändert. ebenso wenig die kapazität (im cycle wohlgemerkt und nicht in benutzung)

Der Satz:
Der Lohn dieser Mühe ist ein Akku, der problemlos arbeitet, wenig Wärme produziert und eine lange Lebenserwartung hat.

stört mich da am meisten. Denn das klingt nur nach Bauchgefühl.
Probleme macht ein Akku nie. Er funktioniert oder ist defekt/platt
wenig wärme weil "eingeritten"? lächerlich. Die Wärmeentwicklung entsteht durch Belastung und das ist Normal und auch nicht Schädlich solang man sie nach dem Flug noch gut anfassen kann (60° ~)
Und die Lebenserwartung hängt einfach von viel mehr Faktoren ab als dem Akku den Bauch kraulen.

wie fliegt der Pilot?
wie hoch ist die Belastung (ampere)?
vorgewärmt?
abkühlen und laden oder gleich heiss wieder geladen
wie tief entladen
wie voll geladen
etc pepe.

Ich hatte dazu ja schon mal was bebildert geschrieben ab wann die Zellen anfangen zu driften (3,65v ca)

Klar jeder kann machen was er will. Aber "damals" als 20C state of the art war hat ein alan szabo mit 25 zyklen die dinger kalt gestellt.
Olga machs lochov der auf der Wiese rumschwebt kann da sicherlich mehr als 100 zyklen rausholen.

Ich persönlich finde das essentielle fehlt...
Nämlich das Lithiumpolymer Zellen einfach altern.

es ist Sinnvoller weniger Akkus zu haben und die eben öfter zu benutzen als ein Sack voll Akkus und diese dann nur gelegentlich zu nutzen. (Kosten/nutzen)


Da wir nun aber im Bike forum sind schreib ich lieber was dazu :P

Abschaltspannung Controller: 3,65 x Zellenzahl
Laden mit 1-2C max und nur 4,15v Ladeschlussspannung.

C = zugelassener ENT oder LADEstrom. (üblich 15C-25C ...30C-50C und mehr kosten das doppelte bis dreifache)
Lade und Entlade "C" werden getrennt angegeben.
zB 20C ENTLADEN 2C LADEN.

20C Akku ist dann zb bei: 6S 5000mAh -> 20C x 5Ah Kapazität = 100A zugelassener ENTladestrom + 10A LADEstrom.

d.h. für uns Bike Junkies sind die Akkus IMMER im grünen Bereich. Es reichen die billigsten(günstigsten) 15C Akkus.
Und da wir nicht mit 5Ah rumfahren sondern eher 10 /15 /20Ah teilt sich die Belastung nochmals.

wer zb 20C - 50,4 volt mit 20Ah fährt KÖNNTE aus seinen Akkupack offizielle 400 AMPERE ziehen.
Das reicht um Hybrid Autos anzutreiben :mrgreen:

gehen wir jetzt von der Praxis der "Überlabelung" der Schlitzaugen aus und ziehen 50% ab, bleiben immer noch fette 200A die abrufbar sind.
Noch ein kleiner Vorteil bei uns Ebiker: Akkus werden bei unsern 10-20-50A NIE zu warm und können immer in ne Tasche.

: nicht tiefer als 3,7 entladen
: nicht voller als 4,15 pro Zelle
: wer 2-3 monate oder länger die akkus nicht brauch auf 3,825v ent/laden (Lagerspannung)
wer ein besseres Gefühl hat kann gern 3 Zyklen mit 0,5C Cyclen.

Amen! :mrgreen:

Re: Lipos "einarbeiten"

Verfasst: Mo 4. Mär 2013, 20:20
von frankyfly
Ich halte das ebenfalls für wissenschaftlich nicht wirklich haltbar.

Während meiner Diplomarbeit habe ich Zahlreiche Innenwiderstands-Messungen (im verglich zu dem was Modellbau-Ladegeräte angeben sehr genaue - Messfehler 1%) an Li-Zellen gemacht und habe mir die Messdaten gerade nochmal angeschaut - ich kann beim besten willen während der ersten Zyklen keine nennenswerte Änderung des Innenwiderstands erkennen. :roll:

Re: Lipos "einarbeiten"

Verfasst: Mo 29. Apr 2013, 15:36
von Legal500W
Ich verwende auch Lipo´s
bisher habe ich mehr als 300 Ladevorgänge drauf,
ohne etwas zu beachten, bisher keine veränderung in der Leistung.
Mir wäre der Aufwand zu blöde.
Wenn die Dinger 500-700 Zyclen halten, haben sie Ihre Schuldigkeit mehr als erbracht,

Re: Lipos "einarbeiten"

Verfasst: Mo 29. Apr 2013, 15:45
von Relish
welchen Aufwand meinst du? Einarbeiten oder Balancen?