Bestellung aus der Schweiz - Gebühren am helvetischen Zoll
Verfasst: Di 26. Jun 2012, 14:47
Motivation
Viele Artikel sind in der Schweiz teurer, da nicht alle Importeure die Wechselkursgewinne und Preisvorteile an uns Konsumenten weitergeben; oder aber die Produkte sind diesseits der Grenze gar nicht erst verfügbar. Besonders lohnen kann sich so ein Direkteinkauf bei teuren Fahrrädern oder Zubehörteilen, die im Euro-Raum gerne mal nur die Hälfte des Schweizer Preises kosten. Zusätzlich profitieren wir Schweizer auch davon, dass sie sich die deutsche Mehrwertsteuer zurückerstatten lässt bzw. dass diese gar nicht erst verrechnet wird.
Wie viel kostet die Einfuhr der Ware?
Alle Warensendungen aus dem Ausland in die Schweiz, unterliegen der Mehrwertsteuerpflicht und müssen auch verzollt werden. Dieser Grundsatz wird auf der Seite „Online Shopping, Express- und Postsendungen“ der Eidgenössischen Zollverwaltung unter Verweis auf die Gesetzesgrundlage erklärt.
Für den privaten Gebrauch dürfen Güter im Wert von total 300 Franken pro Person zollfrei eingeführt werden; das heisst, Sie bringen die Ware eigenhändig über den Zoll. Bei einem Versand in die Schweiz gelten andere Regeln: Hierbei besteht lediglich - falls weniger als 5 Franken Mehrwertsteuer anfallen würden - eine sogenannte Abgabenfreigrenze und diese ist aktuell bereits bei einem Warenwert von 62.5 Franken erreicht. Die Gebühren berechnen sich dann wie folgt:
Abrechnung als konkretes Beispiel
Nachstehend die Kostenaufstellung meiner Bestellung im Online-Shop von www.elektrofahrrad-einfach.de. Die komplette Versandabwicklung und Zollvorbereitung wurde durch die Shopbetreiber erledigt.
Deklaration für den Versand (Weltpaket mit Zollinhaltserklärung CN 23 der Deutschen Post)
Da für uns Schweizer nicht die EU Regeln gelten, sind bei einer Auslandsbestellung die anfallenden Gebühren eine grosse Unsicherheit. Um nicht unliebsame Überraschungen zu erleben, müssen nicht nur der Preis, sondern auch die Art des Versandes berücksichtigt werden. In meinem Fall sind Kosten angefallen, wie z.B. die „Kontoführung und Risiko-Gebühr“ die ich auch nur mit einem Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen konnte. Trotzdem sind meines Wissens, für einen Direktversand in die Schweiz, die aktuell günstigsten Wege entweder per Post oder DHL Express, wie er in diesem Online-Shop angeboten wird.
Unter dem Strich hat sich der Kauf gelohnt, obschon bei den Zollvorlagekosten kräftig zugelangt wird. Trotz all der bürokratischen Besonderheiten (fiskale und logistische Kosten von 143 Franken), hat bereits der Abzug der Deutschen Mehrwertsteuer meine Rechnung um ca. 220 Franken entlastet, womit der Einkauf mit Lieferung sogar unter dem Listenpreis im Online-Shop zu stehen kam.
Zum Schluss komme ich nochmals auf die eingangs erwähnten Preisunterschiede zurück: Alleine der Ersatz Akku hätte im „Flyerland“ Schweiz gemäss Listenpreis mehr als das Doppelte gekostet, selbst die günstigste Aktion wäre noch über 50% teurer gewesen. Dass es sich beim gelieferten Ersatzteil nicht um das Original handelt, ist nur auf dem Typenschild sichtbar und stört mich beim Fahren nicht im Geringsten. Hervorzuheben sind an dieser Stelle auch die kompetente Beratung für den ebenfalls erworbenen ELFEi Umbausatz und der hervorragende Service von www.elektrofahrrad-einfach.de, die auch den landesübergreifenden Vergleich nicht scheuen müssen - Danke.
Gruss, velofahrer
* Nachtrag Konsumentenschutz, Medienmitteilung vom 27. Juni 2012:
Der Bundesrat verabschiedete eine Teilrevision der Zollverordnung und gibt dem Preisüberwacher neu das Recht, gegen unverhältnismässig teure Spediteure vorzugehen. Gemäss Konsumentenschutz wird davon ausgegangen, dass die Preise der Spediteure nun sinken werden.
Viele Artikel sind in der Schweiz teurer, da nicht alle Importeure die Wechselkursgewinne und Preisvorteile an uns Konsumenten weitergeben; oder aber die Produkte sind diesseits der Grenze gar nicht erst verfügbar. Besonders lohnen kann sich so ein Direkteinkauf bei teuren Fahrrädern oder Zubehörteilen, die im Euro-Raum gerne mal nur die Hälfte des Schweizer Preises kosten. Zusätzlich profitieren wir Schweizer auch davon, dass sie sich die deutsche Mehrwertsteuer zurückerstatten lässt bzw. dass diese gar nicht erst verrechnet wird.
Wie viel kostet die Einfuhr der Ware?
Alle Warensendungen aus dem Ausland in die Schweiz, unterliegen der Mehrwertsteuerpflicht und müssen auch verzollt werden. Dieser Grundsatz wird auf der Seite „Online Shopping, Express- und Postsendungen“ der Eidgenössischen Zollverwaltung unter Verweis auf die Gesetzesgrundlage erklärt.
Für den privaten Gebrauch dürfen Güter im Wert von total 300 Franken pro Person zollfrei eingeführt werden; das heisst, Sie bringen die Ware eigenhändig über den Zoll. Bei einem Versand in die Schweiz gelten andere Regeln: Hierbei besteht lediglich - falls weniger als 5 Franken Mehrwertsteuer anfallen würden - eine sogenannte Abgabenfreigrenze und diese ist aktuell bereits bei einem Warenwert von 62.5 Franken erreicht. Die Gebühren berechnen sich dann wie folgt:
- Die Mehrwertsteuer beträgt beispielsweise bei Fahrradteilen 8% und wird auf den Wert der Sendung (inkl. Verpackung, Versand, Versicherung, Zollvorlagekosten und ggf. weiterer Gebühren) erhoben.
- Für den Zoll fallen in der Regel Abgaben von weniger als 1 Franken pro Kilogramm Versandgewicht (in afgezeigten Fall ca. 0.5 Franken) an.
- Zollvorlagekosten (DHL Express) bei Barzahlung:
00.00 Franken, bis zur Abgabenfreigrenze (Warenwert <= CHF 62.50)
19.50 Franken, bei vereinfachter Verzollung (Warenwert > CHF 62.50 bis CHF 1‘000)
40.00 Franken, bei ordentlicher Verzollung (Warenwert > CHF 1‘000)
Abrechnung als konkretes Beispiel
Nachstehend die Kostenaufstellung meiner Bestellung im Online-Shop von www.elektrofahrrad-einfach.de. Die komplette Versandabwicklung und Zollvorbereitung wurde durch die Shopbetreiber erledigt.
Deklaration für den Versand (Weltpaket mit Zollinhaltserklärung CN 23 der Deutschen Post)
- Art der Sendung: Economy
- Nettogewicht: 12 kg
- Zollwert: EUR 965 (war in meinem Fall ca.180 Euro tiefer als der Rechnungsbetrag, inkl. Transport)
- Für die Bestimmung der Mehrwertsteuer kam folgende Berechnung zur Anwendung:
- Wert: EUR 965 * 1.22 CHF/EUR + CHF 40 = CHF 1'217
- Ansatz: 8% - Der Zoll wurde gemäss dem Gewicht bestimmt
Da für uns Schweizer nicht die EU Regeln gelten, sind bei einer Auslandsbestellung die anfallenden Gebühren eine grosse Unsicherheit. Um nicht unliebsame Überraschungen zu erleben, müssen nicht nur der Preis, sondern auch die Art des Versandes berücksichtigt werden. In meinem Fall sind Kosten angefallen, wie z.B. die „Kontoführung und Risiko-Gebühr“ die ich auch nur mit einem Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen konnte. Trotzdem sind meines Wissens, für einen Direktversand in die Schweiz, die aktuell günstigsten Wege entweder per Post oder DHL Express, wie er in diesem Online-Shop angeboten wird.
Unter dem Strich hat sich der Kauf gelohnt, obschon bei den Zollvorlagekosten kräftig zugelangt wird. Trotz all der bürokratischen Besonderheiten (fiskale und logistische Kosten von 143 Franken), hat bereits der Abzug der Deutschen Mehrwertsteuer meine Rechnung um ca. 220 Franken entlastet, womit der Einkauf mit Lieferung sogar unter dem Listenpreis im Online-Shop zu stehen kam.
Zum Schluss komme ich nochmals auf die eingangs erwähnten Preisunterschiede zurück: Alleine der Ersatz Akku hätte im „Flyerland“ Schweiz gemäss Listenpreis mehr als das Doppelte gekostet, selbst die günstigste Aktion wäre noch über 50% teurer gewesen. Dass es sich beim gelieferten Ersatzteil nicht um das Original handelt, ist nur auf dem Typenschild sichtbar und stört mich beim Fahren nicht im Geringsten. Hervorzuheben sind an dieser Stelle auch die kompetente Beratung für den ebenfalls erworbenen ELFEi Umbausatz und der hervorragende Service von www.elektrofahrrad-einfach.de, die auch den landesübergreifenden Vergleich nicht scheuen müssen - Danke.
Gruss, velofahrer
* Nachtrag Konsumentenschutz, Medienmitteilung vom 27. Juni 2012:
Der Bundesrat verabschiedete eine Teilrevision der Zollverordnung und gibt dem Preisüberwacher neu das Recht, gegen unverhältnismässig teure Spediteure vorzugehen. Gemäss Konsumentenschutz wird davon ausgegangen, dass die Preise der Spediteure nun sinken werden.