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 Betreff des Beitrags: Mein KMX Trike Umbau
BeitragVerfasst: So 4. Dez 2011, 14:36 
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Registriert: So 4. Dez 2011, 12:36
BeitrÀge: 18
Ich nutze mein Trike KMX Viper vorwiegend als Reiserad sowie als sportliche und gleichzeitig bequeme Alternative zum Auto fĂŒr die Fahrt ins BĂŒro. Dabei habe ich allein in diesem Jahr 1000€ Benzin eingespart. :D Also die Kosten fĂŒr den Umbau. ;) Nachdem ich verschiedene Umbauvorstellungen hier im elektrofahrrad-einfach.de Forum gelesen hatte wurde mir klar, das ist die Lösung fĂŒr meine "Zeitmaschine"! Ich hatte mir ausgerechnet, dass ich damit tĂ€glich 2 mal 1/2 Stunde an Zeit sparen wĂŒrde. Doch dazu spĂ€ter noch mehr.
Weil Umbaukits fĂŒr normale FahrrĂ€der optimiert sind, ist auf Grund der anderen Geometrien beim Umbau eines Liegerades etwas mehr Arbeit notwendig. Aber was tut man nicht alles fĂŒr mehr Spaß ... ;)

Das Hinterrad mit Motor

Der Umbausatz war in weniger als 2 Tagen da. Die Teile machten einen guten Eindruck. Dank des vorbereiteten Kabelsatzes kann man die Funktion bereits vor dem Einbau ausprobieren. Doch dann die ErnĂŒchterung: wie kann ich mein Kettenritzel montieren? Passt nicht! :o Jetzt verstand ich, warum ich wĂ€hrend der Bestellung ein "Schraubkranz" hĂ€tte auswĂ€hlen sollen. Also musste ich schnellstens ein "Schraubkranz" nachbestellen und konnte erst einmal nur die anderen Teile montieren.
Als Bremsscheibe sollte eine 160 mm Shimano Bremsscheibe zur Verwendung kommen. Die Original Shimano Schrauben und Sicherungsbleche waren aber nicht brauchbar weil die Schrauben zu lang sind und zu tief in den Motor eindringen wĂŒrden! Es mĂŒssen unbedingt die am Motor befindlichen Schrauben (mit einem Tropfen Locktide) verwendet werden. Die Felge war verdĂ€chtig schmal fĂŒr meinen Schwalbe Big Apple Reifen. Aber aus GrĂŒnden des Komforts und Pannenschutzes ist er die erste Wahl.
Nach 2 weiteren Tagen erhielt ich das Schraubritzel per Post. Das Feingewinde auf dem Motor leicht einfetten und das Ritzel aufschrauben. Spezialwerkzeug ist dazu nicht notwendig, weil sich das Ritzel wÀhrend der Fahrt selber immer fester anzieht. Nach dem ersten Einbau des neuen Hinterrads muss die Kettenschaltung neu justiert werden. Dabei stellte sich heraus, dass die Kette am Rahmen schleift wenn sie auf dem kleinsten der 9 Ritzel laufen soll. Also das Rad wieder ausbauen und ein paar Abstandsscheiben dazwischen legen. Jetzt wollte das Rad nicht mehr in den Rahmen passen. Ich musste den Rahmen weiter aufbiegen. :oops:

Controller und Panel

Mit RĂŒcksicht auf die LĂ€nge des fertigen Verbindungskabels zwischen Motor und Controller ergab sich der optimale Montageort unter dem Sitz. Mit 2 großen Kabelbindern war der Controller schnell seitlich am Rahmen befestigt. Die Abschlussbox fĂŒr die Sensoren kam hinter die Vorderachse und das LED-Panel an die linke "Lenkstange" des Trike.

Tretsensor

Das Kabel zwischen Tretsensor und Controller war fĂŒr mein Liegerad etwa 1/2 m zu kurz. Die Montage der Magnetscheibe an einer KettenfĂŒhrungsrolle hielt ich fĂŒr nicht optimal. Es wĂ€ren erhebliche mechanische Anpassungen notwendig und ich hatte Zweifel, ob die Motorsteuerung noch ganz optimal arbeitet weil die Drehzahl der FĂŒhrungsrollen deutlich höher ist wie die der Tretkurbel. Das VerlĂ€ngern des Kabels war deshalb das kleinere Übel fĂŒr mich. Laut Einbauanleitung soll der Tretsensor mit dem Innenlager befestigt werden. Obwohl ich das passende Werkzeug und einige Erfahrung mit dem Ein-/Ausbau von Innenlagern hatte, war es nicht möglich das Lager auszubauen. :x Ich habe den Versuch lieber abgebrochen, bevor ich dabei irgend etwas beschĂ€dige. Ersatzweise habe ich den Tretsensor mit einem 2-Komponentenkleber auf das Innenlager geklebt. Dazu war es notwendig die Sensorhalterung noch weiter zurĂŒck zu biegen (siehe Foto). Vor der Weiterarbeit ein Funktionstest: Akku anschließen, am LED Panel einschalten, LED am Sensor leuchtet, Tretkurbel langsam vorwĂ€rts drehen – Motor lĂ€uft langsam, schneller drehen – Motor lĂ€uft schneller, nicht mehr drehen – Motor stoppt, Tretkurbel rĂŒckwĂ€rts drehen – Motor bleibt aus. Perfekt!

Druckschalter fĂŒr die hydraulische Bremsanlage
Die dem Umbausatz beiliegenden mechanischen Bremsgriffe mit Sensoren waren nicht verwendbar, weil ich mein Trike auf eine hydraulische Shimano Bremsen umgerĂŒstet hatte. Man kann darĂŒber diskutieren, ob die Bremsschalter notwendig sind oder nicht. :?: Ich denke, dass es eine Verbesserung der Sicherheit ist. Die bereits an anderer Stelle in diesem Forum beschriebene Anleitung zum Anschluss des Magura Druckschalters ersparte mir das Experimentieren. :D Die schwarze und grĂŒne Litzen des Kabels der mechanischen Bremssensoren werden einfach mit den zwei Anschlusslitzen des Druckschalters verlötet, mit Schrumpfschlauch isoliert und abgedichtet. Nach dem Einbau des Druckschalters in die Hydraulikleitung muss die Bremsanlage sorgfĂ€ltig entlĂŒftet werden! Bei dieser Gelegenheit kann man gleichzeitig das als "BremsflĂŒssigkeit" dienende Mineralöl erneuern. :idea: Vor der Weiterarbeit ein kurzer Funktionstest: An der Kurbel drehen, so dass der Motor lĂ€uft, weiter drehen und Bremse betĂ€tigen – Motor stoppt. Bremse loslassen – Motor lĂ€uft wieder an. Perfekt! :mrgreen:

Anfahrhilfe
Man könnte denken, dass bei einem Trike die Anfahrhilfe ĂŒberflĂŒssig ist. Keinesfalls! Die Montage des Schalters ist m.E. unbedingt zu empfehlen. Auf Grund der MotorunterstĂŒtzung fĂ€hrt man noch hĂ€ufiger in großen GĂ€ngen und vor dem Anhalten versĂ€umt man es meistens auf kleinere GĂ€nge zurĂŒck zu schalten. Ohne Anfahrhilfe muss man sich erst etwa eine halbe Kurbelumdrehung vorwĂ€rts quĂ€len, bevor der Motorschub einsetzt. So drĂŒckt man kurz den Anfahrhilfeschalter und beschleunigt auch in großen GĂ€ngen recht zĂŒgig. Das schwierigste beim Einbau in das Trike war die Suche nach einem geeigneten Platz.

Montage des Akku
Ich hatte den GepĂ€cktrĂ€ger-Akku wegen seiner flacheren Bauform gewĂ€hlt. Die Montage auf dem vorhandenen GepĂ€cktrĂ€ger kam aber nicht in Frage, weil dann die GepĂ€cktaschen nicht mehr einhĂ€ngbar gewesen wĂ€ren. :roll: Der Bereich zwischen Sitzlehne und Hinterrad war dagegen vorteilhafter. Wegen des relativ hohem Gewichts des Akkus ist eine stabile Halterung notwendig. Dazu fertigte ich mir aus Aluminium-Winkelprofilen (aus dem Baumarkt) 2 HaltebĂŒgel an. Diese wurden im Rahmen des Sitzes eingehĂ€ngt und mit Blechschrauben fixiert (siehe Foto). Auf der linken Seite des Sitzes ist das Schloss der Akkubox gut zugĂ€nglich. Auf der rechten Seite ist nach oben hin die Anzeige des Ladezustands gut sichtbar. Der Akku kann bequem seitlich heraus gezogen werden. Vor der endgĂŒltigen Montage der Akkubox konnte das Anschlusskabel auf eine LĂ€nge von nur noch etwa 10 cm kĂŒrzt werden, so dass nebenbei weniger Leitungsverluste entstehen. :idea:

Die erste Probefahrt und Erfahrungen
Endlich war der Umbau fertig. Es war schon 21 Uhr, bei Temperaturen knapp ĂŒber Null. :oops: Mit einem 900 Lumen grellen Helmscheinwerfer ging es los. Die erste Steigungsstrecke, welche sonst nur im kleinsten Gang mit dem Liegerad schaffbar ist verleitet zu einem wahren Freudenaufschrei. Wow! :mrgreen: Weiter auf leichter Steigung bis in den Nachbarort. Es war der reinste Night-Flight - nur im grĂ¶ĂŸten der 27 GĂ€nge! Die Technik klappte auf Anhieb. :D
Am nĂ€chsten Morgen eine Testfahrt auf dem tĂ€glichen Weg ins BĂŒro, bei der ich die Tour mit GPS aufgezeichnet habe (siehe Bild). Es geht dabei nach ein paar Kilometern auf einer 5 bis 10% steilen Straße etwa 100 m aufwĂ€rts. Ohne Motor sind hier die kleinsten GĂ€nge notwendig und viel mehr wie Schrittgeschwindigkeit ist kaum möglich. Doch jetzt muss ich nicht einmal auf den kleinen Zahnkranz zurĂŒck schalten. Die GPS Aufzeichnung zeigt nachher, dass die Geschwindigkeit nur bis etwa 15 km/h zurĂŒck geht. Danach geht es ĂŒber einen Forstweg. Der Motor schiebt in der Stufe "H" so stark voran, dass ich vorsichtshalber auf "M" schalte, um den Schlaglöchern besser ausweichen zu können. Danach geht es auf einer Landstraße weiter. Mit leicht sportlicher TretunterstĂŒtzung geht es in der Stufe "H" laut GPS mit etwa 27 – 29 km/h dahin. FĂŒr die ĂŒber 30 km lange Strecke habe ich eine halbe Stunde weniger Zeit benötigt. Also eine tĂ€gliche Zeitersparnis von einer Stunde! :D Der Ladezustand des Akkus wird nach dieser Tour mit 50% angezeigt, so dass ich die Strecke ohne Nachladen auch wieder zurĂŒck schaffen wĂŒrde. Aber weil mir der Fahrspaß wichtiger ist, habe ich bisher noch nicht probiert, wie groß die Reichweite in den Stufen "L" oder "M" sein wĂŒrde. :oops:

Fazit: Noch mehr Spaß auf drei RĂ€dern. Es ist kein Fall von Unsportlichkeit, die MotorunterstĂŒtzung verhilft zum schnelleren VorwĂ€rtskommen und die höheren Geschwindigkeiten erfordern nun einmal auch mehr körperliche Leistung, so dass es fĂŒr mich eine reine "Zeitmaschine" ist. Der Zeitaufwand fĂŒr den Umbau macht sich sehr schnell bezahlt. :mrgreen:


DateianhÀnge:
Dateikommentar: Auswertung der GPS Aufzeichnung: 1/2 Stunde schneller auf 30 km Berg- und Talfahrt!
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Dateikommentar: Motor und Akkuhalterung
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IMG_2471.JPG [ 166.34 KiB | 4406-mal betrachtet ]
Dateikommentar: LED Panel und hydraulischer Bremsschalter (an der Spurstange)
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IMG_2469.JPG [ 194.85 KiB | 4406-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Der angeklebte Tretsensor
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IMGP4853.JPG [ 74.79 KiB | 4406-mal betrachtet ]
Dateikommentar: KMX Viper nach dem Umbau, mit der Piratenfahne als "Markenzeichen" der Liegeradfahrer.
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IMG_2472.JPG [ 141.46 KiB | 4406-mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Mein KMX Trike Umbau
BeitragVerfasst: Mo 5. Dez 2011, 20:43 
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Registriert: Fr 8. Jan 2010, 19:27
BeitrÀge: 856
Wohnort: Erlangen
Vielen Dank fĂŒr Deinen super Bericht.
Die Zeitersparnis ist ja wirklich der Wahnsinn und eine ordentliche Reichweite bekommst Du bei Stufe H ja auch hin.

Ich finde Dein Fazit auch sehr toll, elektrisch fahren kann, muss aber ĂŒberhaupt nichts mit Unsportlichkeit zu tun haben. Wenn man weiterhin die gleiche Kraft aufwendet wie zuvor, bleibt die sportliche BetĂ€tigung beim fahren gleich, die Geschwindigkeit nimmt jedoch erheblich zu.

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